Das Vogtland
Fragen und Antworten
|
|
| Im Wetterbericht des Fernsehens kommt gelegentlich das Wort Vogtland vor, wo liegt das? |
|
Das Vogtland ist kein eigenständiges Land. Es handelt sich hier um ein Gebiet welches sich aus Teilen
von Sachsen, Thüringen, Bayern und Böhmen zusammensetzt. Die Lage ist in der nebenstehenden Karte ersichtlich. Ab dem 13.
Jahrhundert waren Reichsvögte (Beamte) für dieses Gebiet zuständig. Der Name Vogtland bildete sich erst später heraus.
Grenzen haben sich mehrmals geändert. So unterscheidet man heute unter einer geschichtlichen, geografischen und mundartlichen
Grenze. Aber eines haben alle Teile des Vogtlandes gemeinsam: Die sanfte hügelige Landschaft, mit den Einschnitten von
Tälern, die übrigens 1846 beim Bau der 1. Eisenbahn - Nord - Südverbindung Deutschlands zum Bau der weltgrößten Ziegelbrücken führte.
|
|
| In den Medien war in den vergangenen Jahren vom Maschendrahtzaun und Sauerbratenstreit im Vogtland zu hören, ist
das Typisch für diese Region? |
|
Bei uns gibt es Streitereien wie anderswo, es hat vielleicht eher etwas mit
der ungewöhnlichen Mundart zu tun. Eine gewisse Tradition in Streitigkeiten kann man nicht ganz verbergen, so gibt es im
sächsischen Teil des Vogtlandes die Möglichkeit einen Vogtlandausweis zu erweben. Da ist u.a. Vermerkt: "Er gehört fortan zum
kleinen zänkischen Bergvolk". Eine gewisse Selbstironie ist hier nicht zu verkennen und selbst Goethe hat in dieser Beziehung
von einem "unschlägig Volk" gesprochen. Das liegt aber bereits ein paar Jahre zurück. Neben negativen gibt es mehr
positives. So stammt z.B. der erste deutsche Kosmonaut sowie der erste deutsche Astronaut aus dem Vogtland.
|
|
| Was kann man im Vogtland im Urlaub machen? |
|
Das ist schwierig, die Frage sollte eher lauten: Was kann man
hier nicht machen? Natürlich nicht in der Ostsee baden. Ansonsten bleiben nur wenige Wünsche unerfüllt. Trotz der schönen
natürlichen Umgebung muss hier keiner auf reichlich vorhandene Kulturangebote verzichten. Das würde jetzt zu weit führen, dafür
gibt es z.B. unsere Website. Für das was Sie bei uns nicht finden gibt es Links auf weitere Angebote im Vogtland und das Telefon.
|
|
| Viele Autokennzeichen haben hier ein V, wie kommt das? |
|
Die Region hatte früher
bereits einmal ein V als Kennzeichen. Das war aber kein V sondern eine römische fünf. Nach der Wende gab es im sächsischen
Vogtland die Autokennzeichen PL (Plauen); OVL (Oberes Vogtland); RC (Reichenbach) und AE (Auerbach). Bei der späteren
Gebietsreform wollte man das sächsische Vogtland neben Plauen in zwei Kreise aufteilen. Das wollten aber die Vogtländer nicht
und in einem Bürgerbegehren haben sie durchgesetzt, das das sächsische Vogtland aus einem Landkreis bestehen soll. Anschließend
stellte sich die Frage nach einem neuen Autokennzeichen. Unsere Beamten haben in Flensburg nachgefragt ob wir das V bekommen
können. Das war kein Problem und somit ist der Vogtlandkreis der einzige Landkreis in Deutschland mit nur einem Buchstaben auf
dem Autokennzeichen. Aber, wie das bei einem zänkischen Bergvolk so ist, wollten die Plauener in der kreisfreien Stadt ihr
PL behalten.
|
|
Unser Vogtland
E jeder hat sei Heimat gern, erzählt auch stolz darva. Drum stelln mer eich is Vogtland vor. Nu guckt ner
alles ah: De Städt und Dörfer, Berg und Wald, die Talsperrn allezamm. De großen Brücken und noch mehr, das gibts bei uns derhamm.
De Luft is gut, de Sprach is derb, de Leit die sei grodzu, und wenn se Heiochs - Brummochs sagen - se mein es net esu. Von
weither komme kranke Leit und lassen sich kuriern, und jeder Fremde muß bei uns mal grüne Klöß probiern.
Und machst de fort von uns derham, da triffste is Vogtland aah.
Du brauchst fei ner da draußn die Augen aufzutah: Und siehste Stoff und feine Spitzen, Maschinen groß
und schwer, ah Geign, Trompeten und Gittarn, die sei vom Vogtland her.
Bei uns gab´s aah viel Armetei. Heit habn mer weniger Sorgn. De Arbeit fleckt. ´s Singe aah; mer fraae uns af morgn. Nicht
alles is - ah hier bei uns schon Güteklasse Q. Nu wart ner oh, das schaff mer bald. Mir packen alle zu.
|
Das Originalgedicht in Reichenbacher Dialekt stammt von Ilse Jahreis. Zur besseren
Verständlichkeit ist die Mundart abgewandelt. |
|