InformationenGerüst auf der "Mylauer Seite" gefallenGöltzschtalbrücke im März 2011
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Neues vom Schlussstein der Göltzschtalbrücke
Als am 14. September 2010 der Vorstand des Fremdenverkehrsvereins „Nördliches Vogtland“ eine Sonderführung auf dem Fotopunkt anlässlich des 160jährigen Jubiläums der Schlusssteinlegung für die Brücke durchführte, erfuhren die Gäste der Veranstaltung auch interessante Details zum Schlussstein, der nach seiner Einsetzung in das Brückengewölbe den wesentlichen Abschluss des Brückenbaus ermöglichte.
Bei der Veranstaltung kam auch die bauliche Gestaltung dieses Schlusssteins aus Granit durch den Bildhauer, freischaffenden Künstler und Freimaurer Albrecht Ripp aus Plauen zur Sprache. Ein Pentagramm war vor 160 Jahren durch Steinmetze aus dem Granit herausgearbeitet worden. Als Freimaurerzeichen nimmt es Bezug auf die geistige Haltung der leitenden Brückenbauer.
Diese Feststellungen zum Schlussstein ließen bei manchen, die sich mit der Geschichte der Göltzschtalbrücke beschäftigen, Zweifel aufkommen. Doch jetzt ist es verbindlich!
Im Rahmen der Einrüstung der Brücke für die Elektrifizierungsarbeiten, durch die Gerüstbaufirma Johann Rohrer Group, konnten die Schlusssteine zu beiden Seiten des großen Brückenbogens aus unmittelbarer Nähe begutachtet werden. Der Reichenbacher Steinmetz und Steinbildhauer Matthias Jung (Fa. Hollerung) fotografierte die Objekte und beschrieb den heutigen Zustand der Steine auf der Mylauer und auch auf der Greizer Seite der Brücke. In seinem Gutachten heißt es:„Mit Unterstützung des Bauleiters konnte ich am 19. Mai 2011 die beiden Schlusssteine im oberen Teil des Mittelbogens der Göltzschtalbrücke begutachten. Auf der Mylauer Seite fand ich ein sternförmiges Muster auf dem Schlussstein vor, welches eher laienhaft und grob in den Granit gespitzt und offenkundig nachträglich hastig mit roter Farbe übermalt worden war - anhand der zahlreichen Farbspritzer außerhalb des Sterns war dies so nachvollziehbar - und das Aussehen eines russischen Sterns sollte dargestellt werden. Der Stern selbst zeigte sich in einer Größe von etwa 50 x 50 Zentimetern. Auf Greizer Seite dagegen war ein gut erhaltenes, erhaben aus dem Granit gearbeitetes Pentagramm sichtbar. Dort stellte ich ebenfalls Reste roter Farbe fest, die offenbar identisch mit jenen auf der anderen Seite der Brücke waren. Und möglicherweise wurden damit die Außenseiten des Pentagramms nachgezogen, um einen russischen Stern darzustellen. Die Größe des Pentagramms ist nahezu gleich des sternförmigen Zeichens auf Mylauer Seite. Unzweifelhaft feststellbar ist, dass das Pentagramm auf Greizer Seite direkt aus dem Granit des Schlusssteines gearbeitet ist. Schlussstein und Pentagramm bilden eine Einheit. Es ist augenscheinlich ausgeschlossen, dass das Pentagramm im Nachhinein aufgesetzt worden ist. Der Schlussstein auf Mylauer Seite war wahrscheinlich in den Wirren nach dem II. Weltkrieg im Zuge der Demontage der Gleisanlagen auf der Brücke durch die Rote Armee hastig überarbeitet worden. Zu vermuten ist, dass es an dieser Stelle ebenfalls ein Pentagramm, ähnlich des auf Greizer Seite vorhandenen, gegeben hat und jedoch mit einfachsten Mitteln – durch Abspitzen und primitiven Nachmalens mit roter Farbe – umgearbeitet wurde. Die durch mich während der Begutachtung gemachten Bilddokumente verdeutlichen meine Einschätzung.“
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